wieder
deine witterung aufnehmen
deinen spuren folgen
deinen noch warmen lagerplatz
im unterholz aufspüren
tasten
unter der laubdecke
wie lange ist es her?
werd ich dich einholen?
zu lange schon
riecht laub nur mehr nach laub
in meinem wald
nicht mehr nach deinem schweiß
nach deinen träumen
und nach uns
.juli `11
keinsilbig - 6. Jul, 15:27
du preschtest brüllend durch mein verstehen
und ich war fasziniert
vom klang
des doppler-effekts
in meinem kopf.
als wär mir deine stimme plötzlich fremd
gewesen. für einen moment
des an- und abschwellens
von gefühl warst du
ohne maske. einfach du.
ich schloss die augen, überrollt zu werden
von gerechtem zorn.
konnte dich spüren
zum ersten mal
nicht die worte. dahinter dich.
erst als du begannst fern zu werden,
schloss ich dir den mund
im öffnen meiner augen. um zu halten.
legte hand an pochendes herz
und küsste angst von lippen.
so nah.
dez ´10
keinsilbig - 20. Dez, 15:47
im bannkreis
lufttönenden geästs
laubberstender waldgedanken
geschlagener wurzelbögen
verwachsender durchdringung
fühl ich
wetterrau
windspröde
moossanft
lichtgegilbt
rindenweisheit
.nov ´10
keinsilbig - 2. Nov, 19:35
deine worte rieselten in mich
vor jahrmillionen
sandkörnern gleich
verunreinigungen meiner selbst
ich hüllte sie in perlmutt
meiner gedanken
kreisend um die partikel
deiner hinterlassenschaft
wer mich öffnet
heute
findet dich
nicht mehr in mir
auskristallisiert
abgestoßen
konserviert
hab ich deine ideen
von mir
gewandelt
zu einem selbst
die nächsten jahrmillionen
überdauernd
.okt ´10
keinsilbig - 24. Okt, 10:08
wie fürchte ich
diesen moment
wenn in deinem blick
der vorhang fällt
du mich zurücklässt
mit all meinen gefühlen
die du - bevor sie dich aufwühlen
fernhältst
fürchtest
als wären sie auguren
find keine spuren
des erkennens
wenn ich mit meinem herzen
nach dir taste
ich bei dir raste
mit meiner seele
als wär da eine haut
aus stein
hauchzart und fein
verborgen
durch deine hülle
von menschlich-sein
.sept ´10
keinsilbig - 15. Sep, 10:56
inmitten
großstadtwäldern
herbstsonnengefällter großstadtriesen:
ICH
stehe
unter vielen
für einen augenblick vergessen
vom großen strom
hastet
an mir vorüber
was nicht innehalten kann
im schaufenster
die ameise
auf buddhas kopf
er lächelt
.aug ´10
keinsilbig - 10. Sep, 10:47
so lange schon habe ich nun geschwiegen
ließ meinen strom der worte fast versiegen
fand sie nicht mehr und sie nicht mich in dieser trockenzeit
und dennoch will die worte ich nicht missen
will mich nicht ausgetrocknet fühlen müssen
so innnerlich, da fühl ich, wie das stumme schreit
doch findet keine form und keinen laut, auch keine silbe
wort oder ich - wer von uns ist hier nicht bereit?
das frag ich mich und seh mir zu, wie ich vergilbe
.juni ´ 10
keinsilbig - 17. Jun, 10:08
leergeredet
hab ich mich
mich mir erklärt
feinst aufgelöst
und bin verpufft
wie rosenduft
aus tüten
im wortumdrehn
wollt ich verstehn
was nur gefühl
erfassen kann
und dann?
war nichts an mir
so wie es schien
kein raum worin
ich nicht verlorn
hab mich verworrn
gehirnverwunden
in all den stunden
ungelebt
nur wortverwebt
war ich im hier
so neben mir
.april '10
keinsilbig - 1. Mai, 20:35